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AC BERLIN - Olympiabotschafter

13.​01.​2026

TAGESSPIEGEL vom 13.01.2026   -   Von Julia Schmitz

 

Berlin ist bereit für die Spiele: 

Dieser Leichtathlet aus Hellersdorf will Olympia-Botschafter werden

Als Teilnehmer bei den Olympischen Spielen 2024 in Paris erlebte Mohammad Amin Alsalami das Weltereignis aus nächster Nähe. Jetzt will er Berliner überzeugen, Olympia in die Stadt zu holen.

Wenn Mohammad Amin Alsalami von den Olympischen Spielen spricht, wird seine Begeisterung mit jedem Wort deutlich. Der Leichtathlet nahm 2024 für das Refugee Olympic Team an den Olympischen Spielen in Paris teil und verpasste dort im Weitsprung nur knapp den Einzug ins Finale.

Zwar brachte er keine Medaille zurück in seine Wahlheimat Berlin, dafür aber die Faszination für Olympia an sich. Diese will er nun als „Olympia-Botschafter“ für den Hellersdorfer Athletik-Club Berlin e.V. mit den Menschen teilen.

Sport vereint Menschen aus aller Welt

Seit vielen Jahren habe er den Traum gehabt, an den Olympischen Spielen teilzunehmen, erzählt der gebürtige Syrer. Bereits in der 9. Klasse, damals noch in Aleppo, begann er mit Leichtathletik. „Mich begeistert, dass man bei diesem Sport immer einen ‚Kampf‘ gegen sich selbst führt. Man selbst hat alles in der Hand, um seine Leistung verbessern zu können“, sagt er.

Während der Olympischen Spiele 2024 habe er unter großem Druck gestanden und erst im Nachhinein begriffen, was da gerade eigentlich passiert sei und welche Bedeutung die Teilnahme nicht nur für seine sportliche Karriere, sondern auch für seine Persönlichkeit habe.

Besonders gefallen hat ihm, dass Sportlerinnen und Sportler aus der ganzen Welt für ein paar Wochen gemeinsam an einem Ort wohnten. „Jedes Land hat eigene Traditionen, und die wurden durch die Sportler an einem Ort zusammengebracht“, sagt der 31-Jährige. „Das einmal zu erleben, wünsche ich mir für jeden Menschen – auch wenn man kein Sportler ist.“

Mehrheit der Berliner gegen Olympische Spiele

Berlin will die Sommerspiele in den Jahren 2036, 2040 oder 2044 ausrichten, doch der Rückhalt in der Bevölkerung ist gering: Lediglich 27 Prozent unterstützen die Bemühungen des Senats, Olympia in die deutsche Hauptstadt zu holen, 67 Prozent sprechen sich dagegen aus. Eine Volksinitiative hat unterdessen 28.000 Unterschriften für eine Bewerbung Berlins gesammelt.

Ein Olympia-Botschafter könnte die Zustimmung vergrößern, ist Mohammad Alsalami überzeugt. „Er sollte die Werte der Olympischen Spiele vermitteln, darunter Respekt und Zusammenhalt. Durch den Sport wird man automatisch positiver, stärker und offener.“

Finanzielle Unterstützung gesucht

Die Unterstützung für das Projekt sei bislang allerdings eher verhalten, sagt Doris Nabrowsky, Vizepräsidentin des Vereins. „Mohammad Alsalami ist ein Amateursportler, der leistungsorientiert trainiert. Aufgrund seines Alters wurde er nach seiner Einbürgerung in keinen Kader des Leichtathletikverbandes aufgenommen und muss seinen Lebensunterhalt selbst finanzieren.“

Neben seinem Training, das zehn- bis zwölfmal die Woche stattfinde, bleibe somit kaum Zeit für die Aufgabe als Olympia-Botschafter. Der Verein habe deshalb versucht, finanzielle Unterstützung zu bekommen, um den Lohnausfall des Athleten zu kompensieren; es habe aber kaum Rückmeldungen gegeben.

Den Enthusiasmus von Mohammad Alsalami trübt das nicht: „Die Menschen sollten verstehen, was es für ein Land und eine Stadt bedeutet, die Olympischen Spiele austragen zu dürfen. Ich persönlich finde, dass Berlin bereit ist für die Spiele“. Es gebe gute Stadien, Flächen für ein olympisches Dorf sowie gute Hotels – und die Stadt sei sicher.